Interview in der Rhein-Neckar-Zeritung 17.10.2018

Rechtsextremisten in der Region
Brandstiftungen, Körperverletzungen, Schmierereien

Das „Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber“ dokumentiert die rechte und rechtsextreme Szene im Nordosten Baden-Württembergs – Timo Büchner: NPD-Parolen gewinnen auch in der AfD an Bedeutung

Den ganzen Artikel kann man hier lesen:
https://www.rnz.de/politik/suedwest_artikel,-rechtsextremisten-in-der-region-brandstiftungen-koerperverletzungen-schmierereien-_arid,393731.html?fbclid=IwAR3Qvhfun0rOSWEUpxggbbTDI8yzAbVlxbhiYNdeJz7A4o4TFYTahdWWM0g

Pressemitteilung 09.10.2018

Pressemitteilung des „Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber“ (vormals Initiative „Mergentheim Gegen Rechts“) von Anfang bis Ende durch:

Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus gibt es nicht nur in Ostdeutschland, sondern auch in Tauberfranken. Vielen Menschen in der Region ist dies oft aber wenig bekannt. Auf rechtsgerichtete Aktivitäten aufmerksam zu machen, das hat sich das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber (vormals: Initiative Mergentheim Gegen Rechts) zum Ziel gesetzt. Mit einer Vielzahl regionaler Veranstaltungen in der Region Hohenlohe, Odenwald, Tauber und Schwäbisch Hall engagiert sich das Netzwerk für ein friedliches, solidarisches Miteinander und stärkt Demokratie und Zivilgesellschaft – grenzenlos!

In Zusammenarbeit mit dem Club W71 und der Rosa-Luxemburg-Stiftung​ lädt das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber am Freitag 19. Oktober zu einem Vortrag mit dem Titel „Das Studienzentrum Weikersheim – ein Instrument der AfD?“ ein. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Der Politikwissenschaftler und Referent Timo Büchner wird dabei auch die neue Broschüre „Organisierte rechte Strukturen zwischen Tauber, Kocher & Neckar“ vorstellen. Sie erschien erstmals 2016 und dokumentierte umfassend rechtsgerichtete Aktivitäten in der Region. Nun wurde sie aktualisiert, erweitert und neu strukturiert. Sie soll Kraft geben und Mut machen, sich couragiert für eine humane, lebendige Zivilgesellschaft ohne Rassismus und Nationalismus einzusetzen.

Ich würde mich freuen, wenn ich viele von Euch in Weikersheim treffe und wir die Broschüre verbreiten können – es hat sich einiges im Vergleich zur ersten Auflage getan. Nun bezieht sie sich auf die Landkreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe, Main-Tauber und Neckar-Odenwald und enthält zahlreiche Grafiken, Interviews etc. Bleibt auf dem Laufenden! Morgen Abend wird dieselbe Information auf der Facebook-Seite „Netzwerk Gegen Rechts Main-Tauber“ erstmals beworben. Ich bitte alle, die Information zu teilen und entsprechend an Interessierte weiterzuleiten! Nach und nach wird auf der Website ngrmt.de und der Facebook-Seite bekanntgegeben, in welchen Buchläden die Broschüre erhältlich ist und bei welchen Veranstaltungen sie in den kommenden Monaten beworben wird.

Beste Grüße,

Timo Büchner

Leserbrief als Antwort zu Dr. Christina Baum vom 02.10.2018

WER EINMAL LÜGT …

Frau Dr. Baum behauptet in ihrem Leserbrief vom 02.10.2018, dass „aktuell nach 450.000 Ausländern gefahndet wird“. Dies will sie der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (Drs. 19/4388 – https://tinyurl.com/1904388) entnommen haben. Ein Faktencheck zeigt, dass sie falsch zitiert hat, was unter Wissenschaftlern als völlig inakzeptabel gilt. Als akademisch Ausgebildete sollte sie korrektes Zitieren eigentlich gelernt haben. Tatsächlich nennt die Bundesregierung 343.738 Ausschreibungen zur Aufenthaltsermittlung (Stichtag 31.12.2017). Frau Dr. Baum bedient sich also der von der AfD so gerne genutzten Methode, Migranten mit willkürlich ausgewählten und noch dazu falschen Zahlen als besonders kriminell darzustellen und eine fremdenfeindliche Stimmung zu erzeugen. Dieser Versuch wird hoffentlich scheitern. Frau Dr. Baum möchten wir an das schöne deutsche Sprichwort erinnern: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.

Abgesehen davon, wie viele Aufenthaltsermittlungen gegen Ausländer nun tatsächlich laufen, kann die Sicherheitslage in Deutschland keinesfalls auf Grund einer einzigen Zahl beurteilt werden. Das geht nur durch eine Betrachtung der Polizeilichen Kriminalstatistik über längere Zeiträume. Bei der Vorstellung der jüngsten Daten konnte Bundesinnenminister Seehofer feststellen, dass bundesweit 9,6 Prozent weniger Straftaten erfasst wurden als im Vorjahr, darunter bei der Gewaltkriminalität 2,4 Prozent weniger (https://tinyurl.com/zeitkristatlav). Zum Pech für die AfD-Rechtsaußen Dr. Baum passen diese Fakten nun so gar nicht ihr Weltbild einer sich verschlechternden Sicherheitslage. Wir sind uns aber sicher, dass die Mehrheit der Bevölkerung schlau genug ist, um nicht auf ihre plumpen Tricks hereinzufallen.

Für das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber
Stefan Heidrich

Hier kommen Sie zu dem Leserbrief, auf den sich unser Leserbrief bezieht:
Dr. Christina Baum – 29.09.2018: Es ist alles nur noch eine Frage der Zeit

Weitere Reaktionen auf Frau Baums Leserbrief:
Bärbel Ernst-Hofmann – 08.10.2018: Mehr als fragwürdige Zahlenangabe
Falk Hagelstein – 08.10.2018: Keine Hetze mit Doktortitel
Sascha Möbius – 08.10.2018: Faktencheck notwendig
Dr. Med. Gerda Sutthoff – 11.10.2018: In Deutschland wird Beachtliches geleistet
Dr. Christina Baum – 10.10.2018: Wen interessieren heutzutage schon Gesetze?
Hendrik Beierstettel – 12.10.2018: Wir haben sehr wohl die Wahl
Sascha Möbius – 16.10.2018: Bei den Fakten bleiben

 

Leserbrief als Antwort zu Dr. Klaus Hofmann vom 05.09.2018

„Sicherheit der Bürger gewährleisten“ / zum Leserbrief von Dr. Klaus Hofmann / FN vom 05.09.2018 (siehe angehängten Link)

„Die Menschen spüren, wie sich ihr Lebensumfeld durch die Massenzuwanderung verschlechtert hat. Sie fühlen sich nicht mehr sicher“, behauptet Dr. Klaus Hofmann in einem Leserbrief (FN 05.09.2018). „In Berlin wurden 2017 bei 2737 Straftaten Messer eingesetzt; über sieben Messerattacken pro Tag“, führt er als Beleg für seine These aus. Er unterstellt damit, dass es vor allem Zuwanderer sind, die mit Messern auf Menschen losgehen.

So manipuliert man mit Statistik. Was Dr. Hofmann nämlich verschweigt ist, dass es bereits 2008, also lange bevor viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, in Berlin 2470 Taten gab, in denen Messer eine Rolle spielten. In den folgenden Jahren waren es einmal rund 2400, dann wieder 2700, im Jahr 2017 die erwähnten 2737 Taten. Dabei haben nicht in allen Fällen Täter mit dem Messer zugestochen. Vielmehr ging es auch um Drohungen mit einem Messer oder nur um den Besitz eines solchen.

Wir wollen Körperverletzungen und Tötungen, mit welchen Waffen und von wem auch immer, nicht verharmlosen. Jede ist eine zu viel. Man kann aber keineswegs davon sprechen, dass Messerangriffe durch die Migration signifikant zugenommen haben und sich die Sicherheitslage verschlechterte. Leserbriefe wie dieser von Herrn Hofmann schüren jedoch unbegründete Ängste in der Bevölkerung, um damit Politik zu machen. Der Bad Mergentheimer CDU-Stadtrat Dr. Hofmann fördert auf diese Weise Fremdenfeindlichkeit und nationalistische Abschottung. Er betreibt damit das Geschäft der AfD. Er braucht sich dann jedoch nicht zu wundern, wenn die Leute statt der CDU am Ende doch lieber gleich das Original wählen.

Für das Netzwerk Gegen Rechts Main-Tauber
Stefan Heidrich

Hier kommen Sie zu dem Leserbrief, auf den  sich unser Leserbrief bezieht:
https://www.fnweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-leserbrief-sicherheit-der-buerger-gewaehrleisten-_arid,1310019.html

Reaktionen auf unseren Leserbrief:
https://www.fnweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-leserbrief-Aengste-wahrgenommen-_arid,1330908.html