Die Reichsbürger

Die Badische Landesbühne zeigt

DIE REICHSBÜRGER

Monolog von Annalena & Konstantin Küspert

In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Ein Mann stellt sich dem Publikum als Wilhelm S. vor und bedankt sich beim Theater für die Einladung. Er möchte eine „kleine Einführung zum Thema Selbstverwaltung, Wege in die Unabhängigkeit“ geben. Klingt interessant, oder? Und vieles, was er erzählt, scheint Hand und Fuß zu haben. Doch je länger der Vortrag dauert, desto mehr beschleicht einen ein nagendes Unbehagen: Ist der Mann ein Reichsbürger?

Reichsbürger sind Menschen, die sich aus dem Gesellschaftsvertrag zurückziehen. Sie erkennen die Rechtmäßigkeit der Bundesrepublik Deutschland nicht an und setzen eigene Kleinstaaten, Reichskanzler oder Kaiser an ihre Stelle. Sind sie Realitätsverweigerer, ideologisch verblendete Sonderlinge, Utopisten oder radikale Wutbürger? Lange als harmlose Spinner abgetan, sind ihr Gedankengut und ihre Gewalttaten längst gefährlich für unsere Demokratie.

Annalena und Konstantin Küsperts Monolog forscht nach den Hintergründen der Bewegung und fragt: Wie viel Reichsbürger steckt in uns?

Di, 12.03.2024, 19.30 Uhr, Wertheim, Aula Alte Steige
Mo, 18.03.2024, 19.30 Uhr, Tauberbischofsheim, Stadthalle

Ticket und weitere Termine:
https://www.badische-landesbuehne.de/de/produktionen/der-reichsbuerger.html

Rede(n) Demo 02.03.2024

Dr. Heiner Kücherer, Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber:

Rechtsextremismus den Boden entziehen“ – Rede bei „Hand in Hand für Menschenrechte“ in Bad Mergentheim, 2. März 2024, 14.00 Uhr

Die „Neue Rechte“ umgibt sich gerne mit einer mythischen Aura von Größe. So heißt ein Verlag der Neuen Rechten: Antaios-Verlag. Antaios ist in der griechischen Mythologie ein Riese, der in Nordafrika gelebt und alle Fremden überfallen hat. Er galt als unbezwingbar, solange er seine Kräfte aus der Mutter Erde holt. Der mythische Held Herkules hat das erkannt, hebelt Antaios aus und erwürgt ihn in der Luft.

Ist schon irre, dass sich die Neue Rechte mit Antaios identifiziert! Als Nordafrikaner stünde Antaios ja auf der Deportationsliste der Rechtsextremen und wäre als Riese mit Migrationshintergrund erstes Opfer der sog. „Remigration“.

Wer sich selbst wie die „Neue Rechte“ in Bildern von mythischen Riesen begreift, muss eine riesige Angst in sich haben. Das ist das Problem der Rechtsextremen: Ihre Logik kommt aus der Angst, sie schüren Angst und sie zielen auf Angst. Wir aber stehen hier und überwinden Angst mit dem Mut, sich offen und klar zu einer vielfältigen, freiheitlichen Demokratie zu bekennen. Der Boden, auf dem wir stehen, ist ein Deutschland mit einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wir wollen keinen völkischen Staat. Gebt den Rechten keinen Millimeter eures Denkens, Empfindens und Handelns preis!

Die Neue Rechte ist kein mythischer Riese! Bei Tageslicht besehen: Die AFD verfügt über keinen einzigen vernünftigen Politikansatz. Die Neue Rechte ist nicht der Riese Antaios und wir sind auch nicht Herkules. Wir müssen keine Helden und Heldinnen sein. Wir sind ein Netzwerk der demokratischen Mitte! Wir entziehen den Rechtsextremen den Boden unter Füßen! Wir überlassen den öffentlichen Raum nicht der Propaganda und der Agenda der Neuen Rechten!

Vor allem: Wir bekennen uns zu Menschlichkeit. Mensch sein heißt immer mehr als Deutschsein, heißt immer mehr als hetero, schwul oder trans sein, heißt immer mehr als Jude, Christin oder Muslim sein, heißt immer mehr als liberal, grün oder konservativ, vegetarisch, vegan oder Fleischverzehrer sein. Wir sind Menschen: Wir leben und lieben, wir essen und trinken, wir drücken uns kulturell auf befreiend vielfältige Weise aus und darum sind Menschen aus anderen Kulturräumen ein Gewinn und kein Verlust für Deutschland!

Dass die demokratische Mitte demonstriert, ist ein wichtiges Zeichen. Aber es wird Zeit, dass sie sich auch besser organisiert. Wir haben auf dem Weg zu einer offenen, sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft so viele Aufgaben zu bewältigen, dass wir eigentlich gar keine Zeit haben, uns der Neuen Rechte zu widmen. Und leicht überfällt uns ein Gefühl von Überforderung. Aber frage Dich nicht mehr: Was kann ich als Einzelner oder Einzelne tun? Frage dich: Wem schließe ich mich an? Zu welcher Gruppe oder Bewegung möchte ich gehören, die liberale Demokratie konstruktiv weiterentwickelt? Und da muss sich keiner zu 100% identifizieren: einer demokratischen Grundrichtung zustimmen und mitarbeiten, das reicht und das ist jetzt dran!

Ich spreche für das Netzwerk gegen Rechts, das in der Region seit einem Jahrzehnt in der Abwehr rechter Gefahr engagiert ist. Bitte erlaubt mir, dass ich als Theologe ein Bildwort der Bergpredigt bemühe, das Bildwort vom Licht und Salz. Ihr seid hier heute ein Licht der liberalen Demokratie, weithin sichtbar, ein deutliches Zeichen gegen Rechts. Werdet aber auch das Salz einer demokratischen, offenen Gesellschaft! Durchdringt wie Salz euren Alltag. Schweigt nicht mehr, wenn rechte Parolen und Stimmungen auftauchen, interveniert, wenn unsere Gesellschaft bei allen Problemen, die sie hat, kaputt geredet wird. Fangt an, über das jeweilige Lager innerhalb der demokratischen Parteien hinaus zu denken. Und in allem: Zieht euch nicht mehr ins Private zurück. Die Zeit ist gekommen, sich in der Zivilgesellschaft zu engagieren und Bündnispartner zu finden. Gemeinsam machen wir die liberale Demokratie stark und robust. Wir haben den offeneren Geist als die Rechten, die besseren Ideen als die Rechten und wir haben für Deutschland die besseren Konzepte als die Rechten!

Und: Wir sind mehr!

Herzlichen Dank!

Demo 02.03.2024 in Bad Mergentheim

An der Demo „Hand in Hand für Menschenrechte“ heute in Bad Mergentheim haben über 1500 Menschen teilgenommen.

Danke an die SchülerInnen, die diese Kundgebung angestoßen haben, und an alle Beteiligten: PlanerInnen, VorbereiterInnen, Durchführende, RednerInnen, Musiker und natürlich auch den KundgebungsteilnehmerInnen. Es war eine tolle Veranstaltung!

#mgh020324

Kirchen: AfD nicht wählbar

Am 22.02.2024 haben sich die katholischen Bischöfe bei der Deutschen Bischofskonferenz scharf von der AfD und Rechtsextremismus abgegrenzt.
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/afd-bischoefe-merz-nawalny-100.html

Heute , am 26.02.2024, warnt die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs vor Wahl der AfD.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ekd-afd-warnung-100.html

Danke, dass sich die beiden großen Kirchen endlich klar positionieren.

Schön wäre es, sie würden auch ihre Angestellten davon überzeugen.
https://www.ngrmt.de/2022/12/13/pressemitteilung-zum-fall-des-bad-mergentheimer-internatleiters-andreas-reitzle/

Demo am 02.03.2024

Plakat/Flyer-Demo 2024-03-02

Die Enthüllungen des Recherchenetzwerks Correctiv haben in ganz Deutschland zu einer Welle von pro-demokratischen Demonstrationen geführt. Im Main-Tauber-Kreis fanden bereits welche in Wertheim, Weikersheim und Creglingen statt. Das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber wurde vielfach angefragt, ob es nicht auch in Bad Mergentheim eine solche Demonstration organisieren könnte. Auf Initiative engagierter Schülerinnen und Schülern des Deutschorden-Gymnasiums findet nun am Samstag 2. März 2024 eine Demonstration unter dem Motto „Hand in Hand für Menschenrechte“ statt. Sie wird von zahlreichen Vereinen, Firmen, Verbänden und demokratischen Parteien unterstützt. Sie beginnt um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Bad Mergentheim. Eingeladen sind Menschen von Jung bis Alt, die gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt sowie gegen Rassismus und Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft setzen wollen. Es wurden bereits verschiedene Reden zugesagt, darunter eine von Oberbürgermeister Udo Glatthaar. Die Organisatoren hoffen auf zahlreiche Teilnahme und viele kreativ gestaltete Plakate und Transparente.