Diakon Reitzle weiter Internatsleiter

Am 18. November 2022 war in Assamstadt eine AfD Veranstaltung mit Hoecke als Hauptredner. Einer der Gäste war der Diakon und Leiter des bischöflichen Internats “Maria hilf” Bad Mergentheim, Andreas Reitzle. Er ließ sich im Anschluss an die Veranstaltung von Höcke das Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ signieren und ermunterte ihn, wie bisher weiterzumachen – bewiesen durch ein Video der Veranstaltung, das die AfD selbst veröffentlicht hat.

Als Folge wurde Reitzle von der Diözese abgemahnt und er sollte eine Auszeit einlegen. Wie heute bekannt wurde hat die Diözeze nun aber entschieden, dass Reitzle im Amt bleibt und einfach weitermachen kann.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/keine-auszeit-fuer-internatsleiter-maria-hilf-bad-mergentheim-nach-afd-kontakt-100.html

Aus der Sicht unseres Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber eine gravierende Fehlentscheidung! Wer so nahe an der AfD steht und Fan des Faschisten Höcke ist, ist völlig ungeeignet Kinder und Jugendliche zu erziehen!

Offener Brief an die Eltern der Schülerinnen und Schüler des Internats Maria hilf, Bad Mergentheim

Liebe Eltern des Internats Maria hilf,

sicher haben Sie in den Medien die Berichte über den Leiter des Bischöflichen Internats Maria hilf in Bad Mergentheim verfolgt. Andreas Reitzle hat am 18. November 2022 eine Veranstaltung der AfD-Bundestagsfraktion in der Asmundhalle in Assamstadt besucht, sich dort vom rechtsextremistischen Vorsitzenden der Thüringer Landtagsfraktion der AfD, Björn Höcke, sein Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ signieren lassen und ihm zum Abschied „Weiter so“ zugerufen. Nachträglich bezeichnete er dies als Fehler, erklärte jedoch gleichzeitig seine Sympathie für die familienpolitischen Vorstellungen der AfD. Er habe eine neue politische Heimat gesucht, die er bei keiner anderen Partei mehr gefunden habe. Gegenüber den Fränkischen Nachrichten erklärte Herr Reitzle, noch nie an einer Demonstration der AfD teilgenommen zu haben. Fotos, die ihn auf der Demonstration der AfD am 5.12.2021 in Bad Mergentheim zeigen, widersprechen seiner Aussage.

Die fremdenfeindliche, homophobe, rassistische und staatsfeindliche Politik der AfD halten wir vom Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber für unvereinbar mit der besonderen Verantwortung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, die Internatsleiter Reitzle hat. Sie sind auch nicht vereinbar mit dem christlichen Gebot der Nächstenliebe, dem er sich als Leiter einer katholischen Einrichtung verpflichtet fühlen müsste. Herr Reitzle hat zwar rechtsextreme Positionen bestritten, sich aber nicht von der AfD distanziert. Er zeigte im Gegenteil Sympathien für sie. Seine Aussage, er habe zwar an Demonstrationen von Querdenkern teilgenommen, noch nie aber an einer der AfD, entspricht nicht der Wahrheit.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart, als Träger des Internats, hat konsequent gehandelt indem sie Herrn Reitzle abmahnte und ihm eine Auszeit in einer kirchlichen Einrichtung verordnete. Darüber hinaus wurde er verpflichtet, sich bei Ihnen als Eltern der Internatsschülerinnen und -schüler zu erklären und bei dem Journalisten zu entschuldigen, den er wegen dessen Enthüllung verunglimpft hat. Eine Amtsenthebung ist indes im Moment nicht vorgesehen. Anders formuliert: Nach seiner Auszeit wird er nach heutigem Stand seine bisherige Tätigkeit wohl wieder aufnehmen. Wir vom Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber meinen, dass er sich selbst dafür disqualifiziert hat und halten eine Wiederaufnahme seiner bisherigen Tätigkeit für unangemessen. Was meinen Sie?

Sein Kind in die Obhut fremder Menschen zu geben setzt ein großes Vertrauen voraus. Sein Kind einem kirchlichen Internat anzuvertrauen geschieht sicherlich auch aus dem Wunsch heraus, dass es im Sinne christlicher Werte erzogen werden soll. Wir glauben, dass gerade Sie als Eltern auf die Frage, ob Herr Reitzle nach den aktuellen Geschehnissen als Internatsleiter für diese Aufgabe Ihrer Ansicht nach noch geeignet ist und in Ihren Augen „die richtigen Akzente“ setzen wird, selbst eine Antwort finden und diese ggf. auch der Diözese mitteilen sollten.

Bischöfliches Internat Maria Hilf, Bad Mergentheim

Pressemitteilung zum Fall des Bad Mergentheimer Internatleiters Andreas Reitzle

Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber: Internatsleiter suspendieren

Bad Mergentheim. Der Rektor des Bischöflichen Internats Maria Hilf in Bad Mergentheim, Diakon Andreas Reitzle, ist ein Anhänger des Rechtsextremisten Björn Höcke! Das haben der SWR und das Hohenloher Tagblatt enthüllt. Der Internatsleiter hat am 18. November die Veranstaltung mit Björn Höcke in der Asmundhalle in Assamstadt besucht, sich von Höcke das Buch „Nie zweimal in denselben Fluss“ signieren lassen und ihn ermuntert, wie bisher weiterzumachen.

Wir als Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber sind von den Enthüllungen von SWR und Hohenloher Tagblatt erschüttert. Unserer Ansicht nach vertritt Herr Reitzle eine inakzeptable Doppelmoral. Seine private Haltung steht in einem unauflöslichen Widerspruch zu seiner beruflichen. In einem Imagefilm auf der Homepage des Internats wird die Ausrichtung dieser Bildungseinrichtung an Werten betont. Herr Reitzle selbst sagt darin, dass dort alle willkommen seien, gleichgültig woher sie kommen und ob sie deutsch sprechen oder nicht. Die rassistische, anti-semitische und antidemokratische Haltung von Björn Höcke steht dazu in krassem Widerspruch. Der Internatsleiter kann nicht wertschätzend, tolerant und weltoffen sein und gleichzeitig die xenophobe Politik von Björn Höcke und der AfD unterstützen.

Als Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber haben wir gegen alle bisherigen Auftritte von Björn Höcke im Main-Tauber-Kreis demonstriert und nachdrücklich auf die Gefährlichkeit seiner und der Positionen von MdB Dr. Christina Baum hingewiesen. Die Fränkischen Nachrichten haben ausführlich darüber berichtet. Herr Höcke wird vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist angesehen und mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet. Das alles kann dem Internatsleiter nicht entgangen sein. Seine jetzige Distanzierung (FN 13.12.2022) vom Rechtsextremismus der AfD erscheint uns als reine Schutzbehauptung und ebensowenig glaubwürdig wie seine Aussage, er habe noch nie an einer Demonstration der AfD teilgenommen. Dem Hohenloher Tagblatt liegen offenbar Fotos vor, die ihn auf der AfD-Demonstration am 5.12.2021 in Bad Mergentheim zeigen. Ungeheuerlich finden wir die Begründung für seine Sympathien für die rechtsextremistische Partei, es gebe „für Christen gute Gründe, sich für die AfD zu entscheiden“, weil sie für ein „gesundes Familienbild von Vater, Mutter und Kindern“ eintrete. Alle anderen Parteien stünden für die „Umgestaltung unserer Gesellschaft in eine wertelose, antichristliche Gesellschaft“ und schafften die Grundlage „für den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands mit schleichender Deindustrialisierung“. Mit ihrem völkischen Nationalismus verletzt gerade die AfD wie kaum eine andere Partei den Wert der christlichen Nächstenliebe.

Als Leiter eines Bischöflichen Internats der Diözese Rottenburg-Stuttgart trägt Herr Reitzle eine besondere Verantwortung für die Vermittlung von christlichen Werten an Kinder und Jugendliche. Das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber ist der Auffassung, dass er für diese Aufgabe ungeeignet ist und sie nicht länger wahrnehmen darf. Wir fordern die Diözese Rottenburg-Stuttgart auf, Rektor Andreas Reitzle mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden.

Vortrag „Digitale Verrohung“

Auf Einladung des Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber in Kooperation mit dem evangelischen Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg hielt Dr. Michael Blume, Beauftragter des Landes Baden-Württemberg für Antisemitismus, am 01.082022 einen Vortrag „Digitale Verrohung“ in Boxberg-Schweigern.

Auf seinen Vorschlag hin haben wir den Vortrag aufgezeichnet und veröffentlicht.

Fahrt zur Ausstellung „Hass“

Im Jahr 2019 zog die AfD mit 3 Sitzen in den Kreistag des Main-Tauber-Kreises ein. Stefan Heidrich beschloss vor Kreistagssitzungen zu demonstrieren und damit auf den Umstand hinzuweisen, dass damit nach 75 Jahren wieder völkischer Nationalismus in den Kreistag eingezogen ist. Die Fränkischen Nachrichten berichteten über diese Ein-Mann-Demo.

Wenige Tage später erhielt Stefan Heidrich eine „analoge“ Drohung in seinen Briefkasten – der ausgeschnittene Bericht aus der Tageszeitung versehen mit einem Zettel aus dem stand „Wir kriegen Dich auch noch nur eine Frage der Zeit“.

Die Kontext Wochenzeitung hat über die Ein-Mann-Demos und auch die Bedrohung berichtet (https://www.kontextwochenzeitung.de/gesellschaft/454/die-ein-mann-demo-6388.html). Davon hat Dr. Sebastian Dörfler vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg erfahren und angefragt, ob er das Plakat und die Bedrohung für eine Ausstellung „Hass“ bekommen kann. Außerdem hat er das Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber in die Ausstellung eingeladen und sich als Führer durch die Ausstellung angeboten.

Am 23.07.2022 waren wir mit 9 Personen in Stuttgart und Dr. Dörfler hat uns durch die Ausstellung geführt. Eine Beeindruckende Ausstellung, die durch das Hintergrundwissen und die Präsenation durch den Kurator nochmals beeindruckender wurde.

Ein herzliches Dankeschön an Dr. Dörfler für die Führung!

Bilder können durch anklicken vergößert werden.

Vortrag „Digitale Verrohung“ mit Dr. Michael Blume

Der Beauftragter der Landesregierung gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, hält am 01.08.2022 um 19 Uhr in der Turnhalle Boxberg – Schweigern (Schulstraße 15, 97944 Boxberg) einen Vortrag „Digitale Verrohung“.

In Zeiten von Corona erleben wir globale und auch persönliche Verunsicherungen. Dies bietet den perfekten Nährboden für Verschwörungsmythen. Menschen suchen dabei Schuldige für ihre eigenen Krisen und die Krise der Welt.
Verstärkt durch die sogenannten „sozialen“ Medien radikalisieren sich Menschen in Filterblasen und machen „die da oben“, Journalistinnen, Ärzte, Demokratinnen, Migranten, Jüdinnen oder generell Frauen für alles Übel in der Welt verantwortlich. Dr. Michael Blume stellt vor, wie es sein kann, dass Menschen aus der Mitte der Gesellschaft plötzlich Antworten in antisemitischen Verschwörungsmythen suchen. Er klärt darüber auf, welche Gefahren in diesen negativen Weltdeutungen liegen und wie sie unsere gesamte liberale Demokratie in Frage stellen
können.

Plakat Vortrag von Dr. Michael Blume zu Digitale Verrohung
https://www.ngrmt.de/wp-content/uploads/2022/07/Plakat-Michael-Blume.pdf

Wir sagen danke

Liebe Beschäftigte im Gesundheitswesen
des Main-Tauber-Kreises,

die AfD Main-Tauber hat zu einer Demonstraton unter dem Motto „Stoppt die Impfdiktatur“ aufgerufen. Mit einem „Spaziergang“ zog sie vom Bad Mergentheimer Marktplatz zum Caritas-Krankenhaus. Das hat uns empört.

Wir finden diesen Aufruf zur Impfverweigerung unverständlich und in der aktuellen Lage vollkommen unangebracht. Denn die zu niedrige Impfquote ist dafür verantwortlich, dass sich die Corona-Pandemie in Deutschland so stark ausbreiten konnte. Ihretwegen reichen die Plätze auf den Intensivstatonen nicht mehr aus. Ihretwegen müssen planbare Operatonen verschoben werden. Ihretwegen bekommen z.B. Krebskranke nicht mehr die Behandlung, die sie benötgen. Ihretwegen müssen einschneidende Maßnahmen wie ein Lockdown ergriffen werden, unter dem die Gastronomie, die Kulturschaffenden, der Einzelhandel, die Kinder und Jugendlichen leiden. In Ländern mit höheren Impfquoten als bei uns ist die Lage sehr viel besser.

Der Aufruf der AfD ist gleichzeitg ein ungeheuerlicher Affront gegen Sie, die seit fast zwei Jahren unter erschwerten Bedingungen dafür arbeiten, COVID-19-Patieninnen und -Patienten zu behandeln und ihre Leben zu retten. Wir möchten Ihnen auf diesem Weg unsere Anerkennung, Wertschätzung und Solidarität ausdrücken und uns bei Ihnen für Ihre aufopfernde Arbeit bedanken. Sie sollen wissen, dass die übergroße Mehrheit der Menschen hinter Ihnen steht und Ihre Arbeit zu schätzen weiß.

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis von Organisationen und demokratischen Parteien widerspricht ganz entschieden dem Aufruf der AfD zur Impfverweigerung. Wir bitten alle Menschen, die sich impfen lassen können, ein Impfangebot anzunehmen. Wir freuen uns darüber, dass sich viele auf Grund der dramatischen Situation jetzt impfen lassen. Damit zeigen sie Solidarität mit anderen, schützen sich selbst und entlasten die erschöpften Beschäftigten im Gesundheitssystem. Die verfügbaren Impfstoffe sind sicher, verträglich und wirksam. Auch wenn die Impfung eine Infektion nicht immer verhindern kann, reduziert sie zumindest das Risiko für einen schweren Verlauf mit einer aufwendigen Behandlung. Die Corona-Impfung rettet Menschenleben und führt uns mittelfristig aus der Pandemie.

Netzwerk gegen Rechts Main-Tauber
DGB Main-Tauber
Bündnis 90 / Die Grünen Kreisverband Main-Tauber
DIE LINKE Kreisverband Main-Tauber
SPD Kreisverabnd Main-Tauber
CDU Stadtverband Wertheim

Übergabe Nikoläuse 06.12.2021
Übergabe der Schoko-Nikoläuse 06.12.2021